Sei gierig, wenn andere ängstlich sind

Wir alle haben Weisheiten wie diese schon oft gehört:

„Sei gierig, wenn andere ängstlich sind, und ängstlich, wenn sie gierig sind.“

Warren Buffet

Fast jeder kennt solche oder andere Weisheiten, wie „Kaufe, wenn die Kanonen donnern“, oder „Kaufe, wenn das Blut auf den Straßen fließt“.
Aus der Retrospektive stimmt jeder dem zu. Wieso handeln wir nicht danach?

Die aktuelle Situation

Denken wir an die Finanzkrise 2008/09. Damals hatten viele Angst vor nicht weniger als dem globalen Kollaps des kapitalistischen Weltsystems. Niemand wollte Aktien kaufen.
Heute vor 6 Wochen dachten dieselben Leute: „Ach, hätte ich mal in der Finanzkrise 2008/09 Aktien gekauft oder meine Aktien nicht verkauft.“

Ende 2008 hatte der DAX 40 % seines Wertes verloren. Heute, am 23.03.2020, stehen wir bereits bei einem Minus seit Jahresanfang von 34 % und seit dem neuen Allzeit- und Jahreshoch bei minus 37 %.

Zugegeben, im Jahr 2009 erreichten wir noch einen weiteren Tiefpunkt (-55 % vom Hoch 2008), nichtsdestotrotz ging das Jahr 2009 mit einem Plus von 25 % beim DAX in die Geschichte ein. Ende 2008 stand der Kurs bei 4.810 Punkten. Rückblickend selbst nach den Einbrüchen der letzten Wochen ist das noch immer unglaublich günstig. Zum Vergleich: Das Corona-Tief dieses Jahr stand bisher bei 8.441 Punkten. Der Kapitalismus lebt wider Erwarten noch immer.

Man wird niemals genau das Tief des Marktes treffen. Ich gehe davon aus, dass wir in ein oder zwei Jahren wieder höhere Kurse sehen werden. Ich bin mir sicher, dass wir in 5 oder 10 Jahren auf diese Krise als die letzte Gelegenheit zurückblicken werden, an der man den DAX zu unter 10.000 Punkten kaufen konnte.

Zurück zu dem anfänglichen Zitat von Warren Buffet, dem bekanntesten und erfolgreichsten Investor unserer Zeit: „Sei gierig, wenn andere ängstlich sind“.

Betrachten wir folgende Fragen:

  • Ist Corona eine Tragödie, wie wir sie seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr hatten? – Ja.
  • Wird unsere Zivilisation daran zugrunde gehen? – Nein. China, Südkorea und andere Nationen haben bereits gezeigt, dass wir das Virus besiegen können.
  • Sind andere ängstlich? – Ja. Prozentual zweistellige Tagesverluste sprechen da eine deutliche Sprache.
  • Was werden wir über diese Panik an den Märkten in einigen Jahren sagen? – Niemand weiß es sicher, aber wir haben bisher alle Krisen überstanden.

Was lernen wir daraus? Es gibt eine gewisse Ungewissheit, aber das ist nicht neu. Schauen wir uns doch einmal die Vergangenheit an:

Die Geschichte

Am 3. Juli 1884 wurde der DowJones (das amerikanische Pendant zum DAX) das erste Mal berechnet. Der Kurs betrug 40,94 Punkte. 1)Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Dow_Jones_Industrial_Average#Geschichte

Das ist kein Tippfehler und kein falsch gesetztes Komma. Der DowJones startete bei 40 Punkten und steht heute inmitten der Corona-Krise bei ca. 18.500 Punkten. Das ist etwa 4.500 mal so viel, oder ein Plus von 450.000 %.

Natürlich gab es seitdem keine Corona-Krise, aber den Börsencrash von 1929 mit der anschließenden Großen Depression von 1932, zwei katastrophale Weltkriege, den Vietnam-Krieg, zwei Öl-Krisen, die Dot-Com-Blase um 2000, die Finanzkrise, den kalten Krieg, den Fall der Sowjetunion, die Staats-Pleite Argentiniens, vier Staatspleiten des so vorbildlichen Deutschlands und unsere Wiedervereinigung, Woodstock, die Beatles, die Erfindung des Automobils, der Luftfahrt, des Computers, des Handys, des Smartphones und des Internets und vieles, was ich vergessen oder nie gelernt habe.

Aus all diesen Geschehnissen haben wir unseren Weg bis in die Gegenwart gefunden. Wir werden auch ein Leben nach Corona haben und in weiteren 136 Jahren blicken wir vielleicht auf weitere 450.000 % Wachstum zurück. Geduld und Zinseszins machen es möglich.

Die Zukunft

In Zeiten der Corona-Krise fallen die Kurse ins Bodenlose. Andere sind ängstlich. Ich kaufe Stück für Stück Aktien, weil ich an die langfristige Entwicklung der Menschheit glaube. Vielleicht fallen die Kurse noch um 10 %, vielleicht mehr.

Niemand erreicht den perfekten Einstieg im Tief. Vermutlich werde ich einige Aktien zu früh kaufen, andere vielleicht zu spät, wenn die Kurse schnell drehen. Aber wenn ich warte bis der DAX wieder stabil über 10.000 Punkten steht, dann ist es schon 20 % teurer als heute!

Im Laufe dieser Woche werde ich einen weiteren Beitrag schreiben, in was ich derzeit investiere, und euch die Gelegenheit geben, das zu verfolgen.

Das ist natürlich nur meine persönliche Meinung und keine Empfehlung. Aktienkurse können steigen oder fallen. Jeder handelt auf sein eigenes Risiko.

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